Ordination Dr. A. Rogan

Medizinische Informationen

HPV-Impfung

 

Ablauf der Impfung

 

HPV-Impfstoff 9-fach (Gardasil®9) 

Der neu entwickelte Impfstoff enthält Antigene von 9 HP-Virusvarianten, statt bisher 4. Die Schutzrate steigt dadurch erheblich an.

Die Studie mit dem neuem HPV-Impfstoff kommt zu dem Ergebnis, dass dieses Vakzin zu 90 Prozent vor Gebärmutterhals schützt.

Die bisher erhältlichen HPV-Impfstoffe (Antigene von HPV 16, 18 = 2-fach Impfstoff und von HPV 16, 18, 6 und 11 = 4-fach Impfstoff) schützen zu 70 Prozentgegen Gebärmutterhalskrebs.

Zusätzlich Antigene von HPV-31, 33, 45, 52 und 58

Die beiden bisher vorhandenen Impfstoffe zur Immunisierung von Kindern und Jugendlichen, aber auch von älteren Personen schützen gegen die Gebärmutterhalskrebs verursachenden HPV-Stämme 16 und 18. Eine der beiden Vakzine schützt auch vor der Infektion mit HPV-6 und 11, wodurch Genitalwarzen verhindert werden. Allerdings war mit einer Schutzrate von 70 Prozent noch Verbesserungsbedarf gegeben. Deshalb wurde eine Vakzine entwickelt, die noch zusätzlich Antigene von HPV-31, 33, 45, 52 und 58 aufweist. Bei Gebärmutterhalskrebs bringt das eine um 20 Prozent gesteigerte Schutzrate, bei den wegen Krebsvorstufen notwendigen gynäkologischen Eingriffen (Konisationen) 30 Prozent zusätzlich und bei Vulva- und Analkrebs eine um zehn bis 15 Prozent bessere Schutzrate.

Humane Papillomaviren sind fast an allen Fällen von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) beteiligt. Darüber hinaus verursachen sie HNO-Karzinome, Vulva- und Analkarzinome. Gebärmutterhalskrebs und Vorstufen davon können zwar per jährlicher Abstrichuntersuchung frühzeitig erkannt werden, doch ein Restrisiko ist nicht auszuschließen.

Impfschema in meiner Ordination:

 

2-Dosen-Impfschema (0 und 6 Monate)

Personen im Alter von 15 Jahren oder älter (kein oberes Alterslimit)

3-Dosen-Impfschema (0, 2, 6 Monate)

Wenn die Impfung mit dem 4-fach Impfstoff bereits durchgeführt und abgeschlossen wurde und der Wunsch nach dem erweiterten Schutz durch die 9-fach Impfung besteht, ist eine Nachimpfung möglich, allerdings sind altersabhängig auch hier 2 bzw. 3 Dosen notwendig.

Wenn die Imfpung mit dem 4-fach Impfstoff begonnen, aber noch nicht abgeschlossen wurde (1 oder 2 Impfungen wurden bereits verabreicht – die 2. und/oder die 3. Imfpung ist/sind noch ausständig, so können die fehlenden Impfungen auch mit dem 9-fach Impfstoff vervollständigt werden!

Der neue Impfstoff wurde bereits 2013 in den USA zugelassen und zeigte in den Studien wie auch in der breiten Anwendung danach eine sehr gute Verträglichkeit!

Impftermine bitte telefonisch 2 Tage im voraus vereinbaren.

 

 

Häufig Gestellte Fragen

 

Die quadrivalente HPV-Vakkzine „Gardasil ®" (Sanofi Pasteur MSD) wurde am 21.9.2006 für Europa zugelassen. Die Impfung dient zur Vorbeugung von Infektionen mit den Humanen Papilloma-Virusstämmen 6, 11, 16 und 18.

 

 

•Wer soll geimpft werden?

•In welchem Alter soll geimpft werden?

•Warum gibt es die Altersobergrenze von 26 Jahren?

•Warum sollen Buben geimpft werden?

•Wer soll nicht geimpft werden?

•Wie sicher ist der Impfstoff?

•Muss vor der Impfung ein HPV-Test durchgeführt werden?

•Wie effektiv ist die Impfung?

•Gibt es eine Kreuzimmunität?

•Ist ein Screening weiterhin notwendig?

•Wie wird die Impfung verabreicht?

•Wie lange hält der Impfschutz an?

•Ist eine Auffrischungsimpfung notwendig?

 

 

•                Wer soll geimpft werden?

Alle Frauen und Mädchen von 9-26 Jahren und alle Buben von 9-15 Jahren.

 

•                In welchem Alter soll geimpft werden?

Für die Altersgruppe von 16- 26 Jahren wurde eine 100-ige prophylaktische Wirkung nachgewiesen. Je jünger Impflinge sind, desto besser reagiert das Immunsystem und desto effektiver ist die Prophylaxe. Für amerikanische Impfprogramme wurde das ideale Impfalter mit 11-12 Jahren festgelegt.

 

•                Warum gibt es die Altersobergrenze von 26 Jahren?

Die HPV-Impfung wurde als prophylaktische Impfung konzipiert, daher wurde zunächst die Altersgruppe von 16-26 Jahren in einer Studie von 25.000 Probandinnen untersucht. Dem ist die Zulassungsbehörde FDA und EMEA gefolgt. 2007 wird es Daten für die Altersgruppe bis 45 Jahre geben, dementsprechend wird auch die Zulassung erweitert werden. GSK hat für seinen bivalenten (16,18) Impfstoff „Cervarix®" um eine Zulassung bis 55 Jahre angesucht, es ist im Verlauf des Jahres 2007 mit der Zulassung gerechnet.

 

•                Warum sollen Buben geimpft werden?

Männer erkranken häufiger an genitalen Warzen (Condylomen) als Frauen. Männer können auch an HPV-assoziierten Karzinomen erkranken. Männer übertragen onkogene Papillomaviren und stellen einen wichtigen Risikofaktor für ihre Partnerin dar.

 

•                Wer soll nicht geimpft werden?

Der Impfstoff ist für Schwangere nicht zugelassen, im Rahmen der weltweiten Studie konnte jedoch festgestellt werden, dass kein negativer Effekt auf eine Schwangerschaft zu erwarten ist. Eine Impfung ist keinesfalls ein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch. Allergien gegen den Impfstoff wären ein Ausschlusskriterium, sind bisher aber noch nie aufgetreten.

 

•                Wie sicher ist der Impfstoff?

Bei über 25.000 Frauen gab es keine Impfstoff-bezogene schwere Nebenwirkung, das Nebenwirkungsspektrum entspricht dem anderer Impfstoffe, lokale Reaktionen, ev. leichte Kopfschmerzen oder Fieber.

 

 

•                Muss vor der Impfung ein HPV-Test durchgeführt werden?

Nein, eine HPV-Testung ist nicht kosteneffektiv und führt zu einer Verunsicherung der Patienten und hat aus folgenden Gründen keine klinische Relevanz:

a) Die meisten HPV- Infektionen sind transient

b) Meistens liegt nur eine Infektion mit einem HPV-Stamm vor (nur 5% mit zwei oder mehr Stämmen)

c) Der einzig zugelassene Test (Hybride Capture II) stellt lediglich die

Risikogruppe, jedoch nicht einen spezifischen Stamm fest.

Der Impfstoff hat keinen Einfluss auf eine bestehende Infektion, bietet aber einen guten Schutz vor einer Re-Infektion (bei HPV-Infektionen gibt es keine natürliche Immunität), außerdem ist ein 100%iger Schutz gegen die anderen im Impfstoff enthaltenen Virusstämme nachgewiesen.

 

•                Wie effektiv ist die Impfung?

Die Impfung schützt als Vorbeugung zu 100%-vor Oberflächenkarzinomen an Gebärmutterhals und Vulva wie vor genitalen Warzen die durch die HPV¬Stämme 6, 11, 16 und 18 ausgelöst werden. Bei zum Impfzeitpunkt HPV¬positiven Frauen liegt der Impfschutz vor geringgradigen Karzinomvorstufen (CIN 1) bei 85%, der Schutz vor ausgeprägten Oberflächenkarzinomen (CIN III, Adenokarzinomen in situ) bei 100%.

 

•                Gibt es eine Kreuzimmunität?

Aufgrund der engen genetischen Verwandtschaft verschiedener Stämme ist auch ein Schutz gegen die Stämme 31 und 45 zu erwarten, hier gibt es jedoch nur vorläufige Ergebnisse, es sind hier weitere Studien notwendig.

 

•                Ist ein Screening weiterhin notwendig?

Da nicht alle onkogenen Stämme in der Impfung enthalten sind ist weiterhin der empfohlene zytologische Abstrich einzuhalten. Eine Reduktion der invasiven Karzinome wird möglicher Weise Jahrzehnte dauern, bis dahin ist das Screening weiterhin aufrecht zu erhalten.

 

•                Wie wird die Impfung verabreicht?

Nach der Erstimpfung werden die beiden Folgeimpfungen nach weiteren zwei und vier Monaten verabreicht (0, 2, 6 Monate).

 

•                Wie lange hält der Impfschutz an?

Zurzeit liegen Daten über 5 Jahre vor, ein weitaus längerer (möglicher Weise sogar lebenslanger) Schutz ist zu erwarten.

 

•                Ist eine Auffrischungsimpfung notwendig?

Diese Frage wird erst in einigen Jahren zu beantworten sein, in Studien wurde nachgewiesen, dass eine Auffrischung zu einer guten Boosterung der Antikörper führt.